Stadtpolizei setzte in zwölf Monaten elfmal Gummischrot ein

Die Stadtpolizei legt erstmals offen, wann und wie viel Gummischrot sie verschossen hat: elf Einsätze zwischen September 2025 und August 2026, ohne bekannte Verletzte.

Seit dem 1. September 2025 erfasst die Stadtpolizei Zürich jeden Einsatz von Gummischrot. Den Auftrag dazu gab Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart, damit über das umstrittene Mittel faktenbasiert diskutiert werden kann; im Gemeinderat wurden laut Stadt mehrmals Vorstösse dazu eingereicht. Die Stadtpolizei ist nach eigenen Angaben das erste Korps der Schweiz, das diese Zahlen offenlegt.

Vom 1. September 2025 bis 31. August 2026 setzte sie bei elf Einsätzen Gummischrot ein. Verletzte sind der Stadtpolizei keine bekannt. Ein Paket enthält 35 Gummischrotprismen.

DatumAnlassPakete
12.09.2025Versuchte Besetzung Platzspitz33
13./14.09.2025Versuchte Besetzung Kasernenareal55
20.09.2025Gegendemonstration «Marsch fürs Läbe»1
16.10.2025Auseinandersetzung mit Stichwaffe im Kreis 41
19.01.2026Unbewilligte Nachdemonstration «Trump still not welcome»18
25.01.2026Meisterschaftsspiel FCZ–FCB2
07.03.2026Unbewilligte Demonstration Internationaler Frauentag7
17./18.04.2026Auflösung illegaler Party, Kreis 1010
01.05.2026Unbewilligte Nachdemonstration 1. Mai18
02./03.05.2026Unbewilligte Nachdemonstration 1. Mai31
24.05.2026Auflösung illegaler Party, Kasernenareal26

Warum die Polizei daran festhält

Gummischrot dient laut Stadt dazu, gewaltbereite Gruppen auf Abstand zu halten, etwa bei Fanausschreitungen oder unfriedlichen Demonstrationen. Eingesetzt werde es nur, wenn Dialog, Deeskalation oder mildere Mittel wie Wasserwerfer nicht möglich sind oder nicht wirken. Ziel sei, die Einsätze weiter zu reduzieren; ein Verzicht sei derzeit nicht möglich, sonst stiege das Verletzungsrisiko auf beiden Seiten.

Mit früheren Jahren sind die Zahlen nicht vergleichbar: Bisher wurde Gummischrot nicht standardisiert erfasst.