Abstimmung vom 27. September – fünfmal Ja in der Stadt, strengere Regeln für Hochhäuser

Die Stadt nahm alle fünf städtischen Vorlagen an, beim Hochhaus-Streit die Version des Gemeinderats. Kreis 12 lehnte zwei Vorlagen ab. Beim kantonalen Lehrpersonalgesetz stimmte die Stadt anders als der Kanton.

Die fünf städtischen Vorlagen

VorlageJaNeinJa-Anteil
Hochhäuser, Vorlage Gemeinderat (A)65 85239 43262,5 %
Hochhäuser, Vorlage Stadtrat (B)39 34765 49437,5 %
Entschädigungen des Gemeinderats62 01547 40956,7 %
Rahmenkredit 80 Mio. Fr. für öV-Planung83 42327 91174,9 %
Kunsthaus: +7,3 Mio. Fr. pro Jahr61 02549 00755,5 %
Neue Rechtsgrundlagen Asyl-Organisation (AOZ)79 12230 17372,4 %

Die Stimmbeteiligung lag je nach Vorlage zwischen 45,4 und 47,8 Prozent.

Hochhäuser. Beide Vorlagen machen die Regeln für Hochhäuser strenger und erlauben nicht mehr Ausnützung. Die angenommene Vorlage des Gemeinderats verkleinert das Gebiet für Hochhäuser, vor allem für Bauten bis 40 Meter. Hochhäuser ab 60 Meter brauchen einen Gestaltungsplan, den der Gemeinderat beschliessen muss, und zusätzliche Wohnfläche aus einer Mehrausnützung muss zu 100 Prozent preisgünstiger Wohnraum sein. Die Vorlage des Stadtrats (B) wäre weniger weit gegangen und wurde abgelehnt; die Stichfrage spielte damit keine Rolle.

Entschädigungen. Die fixe Entschädigung der Gemeinderatsmitglieder steigt auf 500 Franken im Monat, die Sitzungsgelder werden angepasst. Pro Mitglied sind es neu rund 20 000 statt 16 000 Franken im Jahr. Eine erste Vorlage war am 9. Februar 2025 abgelehnt worden.

öV-Rahmenkredit. 80 Millionen Franken für die Planung von Ausbauten des öV-Netzes und für betriebliche Verbesserungen wie Wendeanlagen. Über einzelne Projekte bis 5 Millionen entscheidet der Stadtrat, darüber der Gemeinderat.

Kunsthaus. Die Beiträge an Kunstgesellschaft und Stiftung Zürcher Kunsthaus steigen um 7,3 auf rund 25,8 Millionen Franken pro Jahr. Personen mit Wohnsitz im Kanton Zürich können künftig an vier zusätzlichen Tagen pro Jahr alle Ausstellungen gratis besuchen.

AOZ. Die Asyl-Organisation Zürich, die im Auftrag der Stadt Unterkünfte betreibt und Geflüchtete betreut, bekommt neue Rechtsgrundlagen in Gemeindeordnung und Verordnung. Die alten stammten von 2006.

Nach Kreis

Ja-Anteil in Prozent; Stimmbeteiligung beim öV-Kredit.

KreisHochhäuser AEntschädigungenöV-KreditKunsthausAOZBeteiligung
1+260,254,974,054,770,048,2
366,463,478,160,178,247,9
4+564,567,981,363,982,847,5
661,061,077,759,477,056,5
7+854,651,672,856,769,455,9
965,753,572,850,969,544,2
1065,259,175,856,274,854,1
1163,250,872,049,165,440,4
1265,947,168,844,062,834,9
Stadt62,556,774,955,572,447,8

Kreis 12 (Schwamendingen) lehnte die Entschädigungen und den Kunsthaus-Kredit ab, Kreis 11 den Kunsthaus-Kredit. Kreis 12 hatte auch die tiefste Beteiligung, Kreis 6 die höchste.

Kanton und Bund: wie die Stadt stimmte

VorlageStadt ZürichGesamtresultat
Lehrpersonalgesetz (Kanton)55,8 % Ja40,8 % Ja – abgelehnt
Gegenvorschlag «Selbstbestimmung am Lebensende in Alters- und Pflegeheimen» (Kanton)76,1 % Ja68,1 % Ja – angenommen
Neutralitätsinitiative (Bund)16,9 % Ja29,8 % Ja – abgelehnt
Ernährungsinitiative (Bund)38,4 % Ja27,5 % Ja – abgelehnt

Beim Lehrpersonalgesetz hätte die Stadt Ja gesagt, der Kanton sagte Nein. Wie oft die Stadt anders stimmt als die Schweiz, zeigt die Seite Zürich in Zahlen.